13. Juni 2017: 9. Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung fand am 13. Juni 2017 um 19:00 Uhr in der Klosterkirche Nikolausberg statt.

Ort:

Uldrideshuserstr. 17

37077 Göttingen

Die Einladung wurde rechtzeitig an alle Mitglieder von Gawad Kalinga e.V. verschickt.

Auf dieser Versammlung wurde Herr Dr. Oswald Haan zum neuen Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Wahl war notwendig geworden, da die bisherige Stellvertretende Vorsitzende Frau Beatrix Haan wegen anderweitiger starker Belastung zurücktreten musste.

Cornelia und Peter Scheid gaben zum Ende der Versammlung einen Bericht über ihre Reise in die die Philippinen.

4. - 9. März 2017: Besuch von C. und P. Scheid in den Philippinen

4. März: Besuch von Dörfern in Payatas (Manila): GK Molave, GK Cox und Blue Eagle Village

In diesen Dörfern wurden wir jeweils von einem Komitee begrüßt und herumgeführt, wobei sich mehrere Gelegenheiten zu Gesprächen mit den Bewohnern ergaben.

In GK Molave war besonders eindrucksvoll die Gruppe von Medizinstudenten der Ateneo-Universität, die den Kindern Unterricht in Gesundheitsbelangen und den Eltern Instruktionen zur Herstellung von  Seife gaben.

Kinder beim Unterricht
Willkommensschild
im Kindergarten
mit Ateneo-Studenten

Der mit unserer fimnaziellen Hilfe errichtete Kindergarten ist nun fertig; die Krankenstation wird regelmäßig von Studenten und Ärzten von Ateneo betreut.

In GK Cox hatten wir Gelegenheit, das mit Hilfe des BMZ errichtete Gemeinschaftszentrum zu besuchen, in dem uns Kinder mit Lied und Spiel begrüßten. Die Wohnhäuser selbst sind wegen des kleinen Grundstücks recht nah aneinander gebaut; die einzelnen Wohnungen sind aber sehr ansprechend.

Das Community Center
im Gemeinschaftsraum
Die "Clinic"
Die Wohnhäuser
Plakette zur Einweihung

In Blue Eagle Village, dem ersten von der Ateneo-Universität betreuten Dorf, konnten wir einige handwerkliche Arbeiten sehen: So nähte eine Bewohnerin Bettwäsche für Kliniken und Hotels, wobei sie den Stoff geliefert bekam. In einem kleinen Betrieb werden per Siebdruck T-Shirts u.ä. bedruckt.

Die Näherin
Stoffdruck
mit dem Dorfvorstand
5. März: Besuch in Dasmariñas

Etwa 1,5 Stunden beträgt die Autofahrt nach Cavite, wo das Grundstück liegt, auf dem unser neues Dorf German Village GK Dasmariñas entstehen soll. Nach einem Gespräch mit zukünftigen Bewohnern, die zu diesem Zweck aus ihren derzeitigen Hütten gekommen waren, gab es einen Rundgang über das Gelände. Dieses ist weitläufig und enthält bereits einige Häuser aus anderen Projekten. Unser Dorf wird in einem separaten Teil des Geländes entstehen, wobei natürlich die Infrastruktur, z.B. der Kindergarten, von allen benutzt wird.

Gespräch mit zukünftigen Bewohnern
Hier soll unser Dorf entstehen
Rundgang mit dem Bauleiter

Nach dem Rundgang fuhren wir zu einem Gelände, in welchem einige der späteren Bewohner derzeit leben. In einem kleinen Fluß, der sich in der Regenzeit in ein reißendes Gewässer verwandeln kann, wäscht man sich und Wäsche, was allerdings nur einem mäßigen hygienischen Standard entspricht. Die Hütten selbst sind aus unterschiedlichen Materialien zusammengebaut. Sie sind illegal errichtet, und die Behörden können jederzeit auf ihrem Abriss bestehen. Die Situation ist durchaus vergleichbar mit dem, was wir in Cabiao bei den „Armen vom Kanal“ erlebt haben: Die Umsiedlung ist dringend geboten.

Die nordürftigen Unterkünfte, illegal gebaut und nicht gesichert bei Naturkatastrophen

Der "Vielzsweck"-Fluss
Der blinde Wasserträger!
6. März: Deutsche Botschaft, GKonomics und Flug nach Tacloban/Leyte

Am Morgen Fahrt zur Deutschen Botschaft (wegen einer akuten Magen-Darm-Infektion konnten weder Cornelia noch Fr. Ben dabei ein). Gutes Gespräch mit Boschafter Dr. Gordon Kricke, dem Nachfolger von Botschafter Thomas Ossowsky. Unser Projekt war hier bereits bekannt, da es vom BMZ über das Außenministerium zur Begutachtung an die Botschaft geschickt worden war. Botschafter Dr. Kricke versprach seine Anwesenheit bei der Grundsteinlegung (was er tatsächlich einhielt).

Nach dem Besuch trafen wir Rose Cabrera, die Direktorin von GKonomics, einer Gesellschaft, die die von GK-Bewohnern hergestellten Gegenstände vermarktet. Dort sahen wir u.a. Produkte von HumanHeartNature, die biologisch einwandfreie Kosmetika zu sehr günstigen Preisen herstellen. Über GKonomics werden auch geführte Reisen in verschiedene Teile der Philippinen angeboten. GKonomics leistet so einen großen Beitrag zu den Einkünften der Bewohner von GK-Dörfern.

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GKonomics
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Geführte Resie
mit Rose Cab, Fr. Ben und Noi Quesada
Eine Tasche aus Abnfallprodukten

Am Nachmittag Flug nach Tacloban/Leyte und Einchecken im Hotel XYZ.

7. März: Schäden des Taifun Yolanda/Hayan, School Feeding Project, Besuch von GK-Dörfern

Am 8. November 2013 fegte der Taifun Hayan/Yolanda über die Visayas-Gruppe der zentralen Philippinen hinweg. Es war einer der stärksten tropischen Wirbelstürme, die seit Beginn verlässlicher Wetteraufzeichnungen beobachtet wurden. Er verursachte große Schäden und forderte eine hohe Zahl an Opfern, wobei die Stadt Tacloban mit am stärksten betroffen war.

Wir besuchten zunächst das Denkmal eines gestrandeten Schiffes, das von einer 7 m hohen Woge ans Land geschleudert und nicht mehr seegängig gemacht werden konnte. Ferner besichtigten wir das Convention Center, in dem viele Frauen und Kinder, die sich in den ersten Stock des Gebäudes gerettet hatten, zusehen mussten, wir ihre Männer und Väter in den unteren Gebäudeteilen ertranken. Die Zahl der Opfer geht in die Zehntausende.

Das gestrandete Schiff, jetzt als Erinnerung
Die wieder aufgebaute Kirche
Das Convention Center

Tafeln für die Tausende von Opfern

In der Schule Alangalang konnten wir sehen, wie das Essen für die Schulkinder bereitet wird. In diesem School Feeding Project kochen Freiwillige, meist die Mütter, vom frühesten Morgen an ein abwechslungsreiches und nahrhaftes Essen, das dann in die verschiedenen Schulen gebracht wird und dort allen Kindern zugutekommt. Hintergrund dieses Projektes ist die Erkenntnis, dass viele Kinder morgens ohne Frühstück in die Schule kommen, da das Geld für Lebensmittel fehlt

abwechslungsreiches Essen
Noi in der Küche
Regeln fürs Kochen
Kochgerätschaft

In der Schule M. Casaus konnten wir dann sehen, wie die Kinder ihr Essen zu sich nahmen. Das School Feeding Project wird allen Kindern angeboten, damit vermieden wird, dass einzelne Kinder sich ausgeschlossen fühlen müssen.

Die Kinder beim Essen
Es geht auch ohne Löffel
Alle bekommen etwas

Das Fischerdorf St. Roque war von Yolanda stark zerstört. Gawad Kalinga hat hier bereits viel geleistet, um die Fischer wieder in Lohn und Brot zu bringen.

GK San Roque Dezember 2013
Besuch in GK St. Roque März 2017: Mit Hilfe von Gawad Kalinga ist das Dorf wieder aufgebaut

Besonders stark betroffen von Yolanda war das Dorf GK St. Augustin: Es war dem Erdboden gleich gemacht. Mit Hilfe einer großzügigen Spende aus Australien konnte das Dorf sogar mit zusätzlichen Häusern wieder aufgebaut werden. Wir haben von verschiedenen Bewohnern in Einzelgesprä-chen erfahren, was sie erlebt haben und wie es ihnen heute geht. Besonders eindrucksvoll war der Bericht von Erika, die als eines von 11 Kindern die Verantwortung für die noch zu Hause lebenden Geschwister übernehmen muss, da die Mutter zum Geld-Verdienen in Manila lebt und der Vater als Gelegenheitsarbeiter unregelmäßig zu Hause ist. Ihr Schul-weg beträgt zu Fuß zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück, was ihr für Hausarbeit und Kochen wenig Zeit lässt. Sie könnte mit dem Bus zur Schule fahren, was jedoch (umgerechnet) 0,20 € kostet, ein Betrag, den sie sich nicht leisten kann. Fr. Ben versprach, für das Busgeld für sie und ähnliche Fälle in dem Dorf zu sorgen.

GK St. Augustin Dezember 2013
Besuch 2017: Aufführung der Kinder
Fr. Ben mit den Kindern
mit Erika
8. März: Besuch auf dem Campus der Ateneo de Manila-Universität

Diesen Tag verbrachten wir auf dem Campus der Ateneo-Universität. Dort trafen wir in der Abteilung von Fr. Ben mehrere Mitglieder, mit denen wir in Kontakt stehen. U.a. Mark Lawrence Cruz, für die Partnerschaft der Universität mit Gawad Kalinga National verantwortlich; Arnie del Rosarion, Direktor des Office of University Development; Jaime G. Hofileña, Vice President for Social Development; Lenie Conel, Beauftragte für Finanzen der Universität.

Dies ermöglichte vielfältige Gespräche über die Zusammenarbeit von GK e.V. mit der Ateneo-Universität.

Am Abend trafen wir Luis Oquiñena, den Geschäftsführer von Gawad Kalinga National. Hier ging es um die Zusammenarbeit unseres Vereiuns mit dem nationalen Projekt Gawad Kalinga.

mit Mark Lawrence Creuz in Fr. Bens Office
mit Mark Lawrence Cruz und Luis Oquiñena,
9. März: Besuch in Cabiao: Sta. Isabel School und German Village – GK St. Joseph

Nach einer etwa zweistündigen Autofahrt erreichten wir die Stadt Cabiao und dort die Schule Sta. Isabel. Wir trafen hier erstmals wieder die frühere Bürgermeisterin Gloria „Baby“ Congco, mit der wir im Jahr 2012 die Möglichkeit der Resozialisierung der „Armen vom Kanal“ in einem neuen Dorf besprochen hatten.

Die Schule, bestehend aus zwei Teilen, einer Elementary und einer High School, ist auf einem großzügigen Grund errichtet und hat Klassenzimmer, deren Mobiliar z.T. von einem der Lehrer gezimmert wurde. Gespräche mit den Lehrern gaben uns einen eindrucksvollen Einblick in das tägliche Leben von Lehrern und Schülern. Es war bemerkenswert, wie sehr sich Baby Congco noch um die Belange dieser Schule kümmert.

 

Sta. Isabel Elementary School
Alt-Bürgermeisterin Gloria "Baby" Congco
Die Schule auf weitem Grund
Begrüßung durch die Kinder

Nach kurzer Fahr erreichten wir „unser“ Dorf German Village – GK St. Joseph. Die 70 Häuser, von denen 68 bereits bezogen sind, sind in drei Reihen angeordnet. Jedes Haus trägt eine Nummer mit dem Namen der bewohnenden Familie. Einige Häuser sind innen ausgesprochen ansehnlich ausgebaut und eingerichtet. Zusätzlich zu den von uns gebauten Häusern gibt es zwei aus anderen Fördermitteln gebaute Schulgebäude für Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 bzw. 9 und 10. Eine Grundschule befindet sich in der Nachbarschaft.

Zwei der drei Häuser-Reihen
Jedes Haus beherbergt zwei Wohneinheiten
Jedes Haus hat eine Plakette mit Namen
Plakette für die Sponsoren
Die beiden Schulgebäude am Dorfeingang

Wir wurden mit einigen Reden begrüßt und antworteten selbst auch mit einem Grußwort von GK e.V. Nach einem Rundgang trafen wir in einem der Schulgebäude eine Reihe der Bewohner, die uns, jeweils in Gruppen zu drei Personen, erzählten, wie sich für sie das Leben in dem neuen Dorf darstellt. Diese Berichte zeigten u.a., welche Gemeinschaft bereits jetzt in dem Dorf aufgebaut ist, wo sich Familien gegenseitig helfen.

20170309_in St. Joseph_034
Ansprache von Gloria Congco
Die Kinder tanzen zur Begrüßung
Das Bild mit dem Plakat von Fr. Bens Besuch in Göttingen Nikolausberg
Eine Kücheneinrichtung
Das Wasser kommt noch von Pumpen
Blumen an einem Haus
Gespräch mit den Bewohnern
Abschied

Nach einem kurzen Höflichkeitsbesuch bei dem neuen Bürgermeister kehrten wir nach Manila zurück.

Bei einem Abendessen verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern.

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